Liegedreiräder - Bequem und sicher mit drei Rädern

Liegetrikes, gelegentlich auch Liegedreiräder genannt, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gerade bei Liegerad-Einsteigern ist ein dreirädiges Liegerad ein großer Renner, da jeder damit sofort bequem losradeln kann und der 100%-Fahrspaß von Anfang an garantiert ist. Aber vorsicht: Es besteht Suchtgefahr!

Was ist ein Liegedreirad?

Unter dem Begriff ist ein dreispuriges Liegerad zu verstehen. Anders als beim herkömmlichen Fahrrad sitzt man nicht auf und betätigt die Pedale unter sich, sondern nimmt eine zurück gelehnte "liegende" Fahrposition in einem Sitz mit nach vorn gestreckten Beinen an, wo sich die Pedale befinden.

Wer sich auf die Suche nach einem Liegedreirad begibt, wird schnell auf Begriffe wie Liege-Trike, Recumbent Trike oder tri-mobil stoßen. Dies sind ebenfalls gängige Namen für ein Liegedreirad.

Bauweisen

Liegedreiräder gibt es grunsätzlich in zwei verschiedenen Bauweisen. Und zwar unterscheidet man die sog. Tadpole-Trikes, bei denen die zwei gelenkten Räder vorne sind von den Delta-Trikes, bei denen zwei Räder hinten und ein gelenktes Rad vorne angebracht ist. Letztes ist aber eher seltener anzutreffen.

Man unterscheidet noch nach weiteren Feinheiten wie Voll-,Teil-, oder gar keine Federung, Schalen- oder Netzsitz, sowie ein starrer oder faltbarer Rahmen. Ebenfalls variieren können die Lenker. Es gibt Liegedreiräder mit typisch geformten Fahrradlenker, üblicher sind hier allerdings zwei Hebel, die einmal links und einmal rechts vom Sitz montiert sind.

Wie bei den einspurigen Liegerädern gibt es auch bei den Trikes sog. Handbikes, bei denen die Kraft nicht über die Beine sondern über die Arme übertragen wird.

Die Vorteile der Liegerad-Trikes liegen in der hohen Kippsicherheit, die stark erhöhte Bremsleistung und die Möglichkeit, eine Teil- oder Voll-Verkleidung zur Verringerung des Luftwiderstandes anzubringen. Bei vollverkleideten Trikes spricht man auch von sog. Velomobilen

Liegedreirad Scorpion von HP Velotechnik

Liegedreirad Modelle

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ICLETTA Werkstattfoto

Hersteller

Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die Hersteller von Liegedreirädern.

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Vorteile

Der wohl größte Vorteil eines Liegedreirads ist das Baukastenprinzip, mit dem jedes Rad den individuellen Bedürfnissen angepasst werden kann, um so ein sportlich bequemer Begleiter für die kommenden Radtouren zu sein. Doch auch in wesentlichen Punkten wie der Schonung von Gelenken und Muskulatur, möglichen Verletzungsrisiken und Transportmöglichkeiten steht ein Liegedreirad dem herkömmlichen Fahrrad in nichts nach.

Beim Liegeradfahren werden Gelenke und Muskulatur deutlich geschont. Die bequeme Liegehaltung sorgt für Entspannung vor allem der Wirbelsäule, der Nacken- und Armmuskulatur und dank des Schalen- oder Netzsitzes entstehen nicht wie beim Fahrradsattel üblich nach längeren oder unebenen Strecken schmerzhafte Druck- und Scheuerstellen auf.

Aufgrund der Liegeposition des Fahrers ist der Luftwiderstand auf einem Liegedreirad bis zu 30% geringer. Dadurch können zum einen höhere Geschwindigkeiten mit weniger Aufwand erreicht werden, zum anderen sind dadurch Fahrten über Berg und Tal wesentlich leichter zu bewältigen.

Natürlich kann man auch mit einem Liegedreirad stürzen oder kollidieren. Zwar ist das Ausbalancieren von Rad und Körper auf einem Liegerad schwieriger, wenn man mal ins Straucheln gerät, doch aufgrund der niedrigeren Fallhöhe ist die Verletzungsgefahr wesentlich geringer als bei einem normalen Fahrrad. Selbst wenn die Reifen blockieren oder wegrutschen, stürzt man nicht wie auf einem Fahrrad üblich meist über den Lenker und trägt schlimmstenfalls schwere Kopf-oder Rückenverletzungen davon, sondern fällt höchstens zur Seite oder landet auf den Füßen.

Beim Gewicht unterscheiden Fahrrad und Liegedreirad sich kaum voneinander. Auch in Puncto Transportmöglichkeit steht das Liegerad herkömmlichen Rädern in nichts nach. So lassen sich viele Modelle kompakt zusammenklappen und wunderbar in Kofferraum, Zug oder Flugzeug verstauen. Ebenso können die meisten Liegedreiräder auf handelsüblichen Fahrradhalterungen am Auto festgemacht und mit in den Urlaub genommen werden.

Nachteile

Der wohl größte Nachteil eines Liegedreirads ist der Preis, denn mit rund 3.000 Euro aufwärts muss bei einer Neuanschaffung durchaus gerechnet werden. Gerechtfertigt ist die hohe Summe zum einen durch die hochwertige Mechanik. Aufgrund der Rahmenform bedarf es hochwertiger Ketten, einer sehr gut greifender Bremse und einer leichten Schaltung. Natürlich darf auch der „Liegekomfort“ nicht zu kurz kommen. Zwar kann man auf die Vollfederung der Räder verzichten, doch das wirkt sich in Bezug auf die Bequemlichkeit gerade bei langen Fahrten negativ aus.

Weiterhin ist die Nachfrage für Liegedreiräder einfach noch zu gering, als dass Händler und Hersteller die Preise aufgrund hoher Umsätze etwas drosseln könnten.

Ein weiterer Negativpunkt ergibt sich beim Fahren. Zwar gibt es Liegedreiräder, die auch für das Offroad Gelände geeignet sind, allerdings erlauben weder die Rahmenkonstruktion noch die Liegeposition des Fahrers ein hohes Maß an Flexibilität in Bezug auf die Wendigkeit. Ebenfalls schwierig wird es mit dem Liegerad im normalen Straßenverkehr. Da können schon kleine Bordsteine zum scheinbar unüberwindbaren Hindernis mutieren, denn ein kurzes Hochziehen des Vorderreifens ist nicht möglich. Die geringe Liegehöhe bietet eher die Möglichkeit des übersehen Werdens und auch für den Liegeradfahrer selbst ist der Schulterblick ein umständliches Unterfangen.